Presse

Wenn Pferde die Feriengäste begrüßen …

Der Sommer hat in diesem Jahr lange auf sich warten lassen. Auch im Mai ist es noch recht frisch. Wenigstens scheint heute die Sonne auf Bernshausen, den kleinen Ort in der Rhön, der beschaulich da liegt und nur langsam erwacht. Kaum jemand ist auf der Straße zu sehen, so früh, gegen 7 Uhr.

Die Tiere haben die Begrüßung übernommen. Vor dem Jugend-Freizeithotel räkelt sich eine Katze in der Sonne, auch ihr scheinen die ersten wärmenden Strahlen gut zu tun. In der Koppel schreiten majestätisch die Pferde und nebenan ist das Muhen der Kühe und das Gackern der Hühner zu vernehmen. Die Schafe in Nachbars Garten sind nur zu sehen, aber nicht zu hören. Still und zufrieden zupfen sie das Grüne.

„Rhön Feeling“ – den Namen hat Michael Heidinger dem Jugend-Freizeithotel gegeben, dessen Chef er seit gut einem halben Jahr ist. Seit Monatsanfang hat er geöffnet. Die Übernachtungsgäste von Pfingsten sind abgereist, die neuen noch nicht da. Da kann der 24-Jährige den Tag etwas ruhiger angehen lassen.

Aber nur etwas, denn noch haben er und seine Freundin Katharina Fichtner auch ohne Gäste alle Hände voll zu tun. „Dass es mal so schnell geht mit einem eigenen Haus, das hätte ich mir auch nicht träumen lassen“, sagt er, während er den Morgenkaffee kocht.

Das Haus gab es als Jugendherberge schon lange. Zu DDR-Zeiten stets gut belegt, war die Jugendherberge Bernshausen eine gute Adresse für Schulklassen, FDJ-Gruppen oder Brigaden. Auch Michael Heidinger kann sich noch gut erinnern, wie die Dorfjugend sich hier abends immer traf. Schließlich war hier richtig was los, kamen stets junge Leute von sonstwoher.

Nach der Wende wurde es ruhiger, erzählt er beim Kaffeekochen, die Gäste blieben aus. Und Ende letzten Jahres kam die Zwangsversteigerung. Da war Michael Heidinger gerade in Irland. „Meine Mutter rief an und fragte, ob ich das Objekt nicht kaufen wolle“, denkt er zurück. Er überlegte nicht lange. Seine Yamaha, mit der er nach Irland gekommen war, ließ er stehen und flog nach Deutschland. Später holte er sie, brach seine Zelte auf der Insel ab und war fortan Hotelbesitzer – und das mit 24 Jahren.

Arbeitsreiche Wochen folgten, glaubt man ihm gern. Das Haus wurde innen wie außen renoviert, eine neue Heizung eingebaut, Modernisierungen vorgenommen. Am 6. Mai öffnete das Hotel offiziell. „Es gibt auch heute noch genug zu tun, aber das wird alles nach und nach gemacht“ sagt Michael Heidinger.

An diesem Morgen wird der Elektriker erwartet, der noch mal nach der Heizung sehen muss. Um die Schilder, die auf das Hotel hinweisen, will sich der Chef heute auch noch kümmern. Und die Büroarbeit wird zunehmen: E-Mails beantworten, Angebote schreiben ...

Der gelernte Koch ist alles in einem – Küchenchef, Rezeptionist, Buchhalter, Barkeeper. Dass ihm die neue Aufgabe irgendwann einmal über den Kopf wachsen könnte, ist für den Bernshäuser kein Thema. „Wenn man in einer Gastwirtsfamilie groß wird, weiß man genau, was da auf einen zukommt“ sagt er. Schließlich setzt er die Familientradition in siebter Generation fort. Seine Eltern haben das Landhotel „Zur Grünen Kutte“ im Ort. Konkurrenten sind sie nicht. „Wir ergänzen uns – und ohne meine Eltern hätte ich das alles alleine ohnehin nicht bis hierher geschafft.“

Das eigentliche Metier von Michael Heidinger aber ist die Küche. Sie hat er im Jugend-Freizeithotel neu eingerichtet. Im Fenster steht Basilikum im Topf – vorerst. Draußen hinterm Haus, wo jetzt noch Brennesseln stehen, will der Küchenchef ein Kräuterbeet anlegen. Das kann er dann von der Küche aus über eine Treppe erreichen. Die hat er eigens bauen lassen, um einen Zugang zum Vorratskeller zu haben. „Ist alles noch nicht ganz fertig“, zeigt er auf das Bauwerk. Wein oder Bier erst durchs ganze Haus schleppen zu müssen, das ist dem Gastwirt zu umständlich. Noch ist er dabei, seine Ordnung – ein bestimmtes System – zu finden, damit alles wie am Schnürchen läuft.

Erfahrungen gesammelt hat Heidinger inzwischen ja genug. Dreieinhalb Jahre hat er in der Schweiz gearbeitet – in Fünf-Sterne-Häusern, den besten am Platze. Dort war er nicht nur in feinsten Küchen zugange, auch das perfekte Bedienen oder das Führen einer Rezeption hat er gelernt. Erfahrungen, die ihm alle wieder zugute kommen werden, obgleich er die erlesene Küche in Bernshausen nicht auf die Speisekarte bringen wird. In Lausanne hat er in einem Hotel gearbeitet, das zwei Jahre lang als bestes in der Schweiz gekürt wurde. Dort kamen auf 200 Betten ganze 400 Angestellte. Zehn Köche haben im Schnitt 30 Leute bekocht. Die Preise waren entsprechend. In Heidingers Hotel wird er alleine für 30 Mann in der Küche stehen. Schließlich muss alles bezahlbar bleiben für seine Gäste.

Ein wenig Wehmut ist schon dabei, wenn er fortan die Spitzenküche nicht weiter pflegen kann. „Doch gelernt ist gelernt“, sagt er und freut sich schon jetzt, wenn Gäste zu Familienfeiern wie Hochzeiten oder runden Geburtstagen Wert auf etwas ganz Besonderes aus der Küche legen.

Recht gut haben sich die ersten Wochen angelassen. Nicht nur für Silvester sind die Betten schon belegt, auch zwei Fußballmannschaften haben bereits ein Trainingslager im Jugend-Freizeithotel für Juli gebucht, denn in Absprache mit dem ortsansässigen Sportverein kann auch deren Sportplatz genutzt werden. Bei Kegeln, Volleyball, Tischtennis, Dart, Billard, Reiten, Cocktailbar, Lagerfeuer und Grillabenden kann man sich zudem die Zeit vertreiben. Mit dem Schönsee und der Bernshäuser Kutte befinden sich zwei Kleinode ganz in der Nähe. Vor allem Schulklassen will man wieder begeistern für eine Fahrt nach Bernshausen.

Mit seiner Freundin Katharina hat Michael Heidinger hier gleich das richtige Fachpersonal an seiner Seite. Die Sozialdiplompädagogin wird den erlebnispädagogischen Part übernehmen und hat verschiedene Angebote entwickelt. Sie plant Ferienfreizeiten für Kinder, selbst Kindergeburtstage gestaltet sie aus. Und während die Kleinen beschäftigt werden, können die Eltern auch mal für ein paar Stunden ausspannen.

Die junge Frau selbst war in Bernshausen als Urlauberin, seinerzeit aber noch im Gasthof von Michael Heidingers Eltern. Den hatte sie sich ausgesucht unter verschiedenen Angeboten, weil ihre Anfrage sofort beantwortet wurde und die Gastleute so freundlich und aufgeschlossen waren. „Da hat man gemerkt, da steht die ganze Familie dahinter“, erinnert sich Katharina Fichtner. Genauso sollen das die Gäste auch in dem Hotel der beiden jungen Leute spüren.

Irgendwann werden sie es, wenn alles gut läuft, weiter ausbauen. Dann sollen aus den 25 Betten vielleicht mal 60 werden. Auch fürs Umfeld gibt es noch einige Pläne. „Hier und da muss noch etwas gemacht werden“, zeigt der Hotelchef auf die Außenanlagen. Kurze Zeit später kommen Reiterinnen auf den Hof und holen die Pferde, die hier auf der Weide stehen, ab. Sie werden ausreiten an diesem sonnigen, aber kühlen Morgen und ganz gewiss etwas vom „Rhön Feeling“ mitbekommen.

 







Info-Hotline

(03 69 64) 8 25 23

Aktuelle Angebote

Fußball-Trainingslager

gültig vom 03.01.2012 bis 23.12.2012 ab 15 Personen

mehr lesen »

Basketball-Trainingslager

gültig vom 03.01.2012 bis 23.12.2012 ab 15 Personen

mehr lesen »

Probenwochenende für Chöre

gültig vom 03.01.2012 bis 23.12.2012 ab 15 Personen

mehr lesen »

Pauschalangebot für Feuerwehrvereine

gültig vom 03.01.2012 bis 23.12.2012 ab 10 Personen

mehr lesen »

Kegel-Club-Wochenende

gültig vom 03.01.2012 bis 23.12.2012 ab 10 Personen

mehr lesen »

Klassenfahrten nach Thüringen

gültig vom 03.01.2012 bis 23.12.2012 ab 10 Personen

mehr lesen »

Rhön-Aktivtage per Rad

gültig vom 01.05.2012 bis 01.10.2012 ab 4 Personen

mehr lesen »

Familienurlaub Pauschalangebot

gültig vom 01.04.2012 bis 31.10.2012 für Familien

mehr lesen »

Rhöner Route 66

gültig vom 01.04.2012 bis 01.11.2012

mehr lesen »

Tanztrainingslager

gültig vom 03.01.2012 bis 23.12.2012 ab 12 Personen

mehr lesen »

Hotel-Prospekt

» online ansehen
» herunterladen (pdf)

Unsere Familie betreibt neben dem Hotel „Rhön Feeling“ auch das Land-
hotel „Zur Grünen Kutte“ sowie die „Stockborn Ranch“.

Rhöner Countryfestival